Aufregung im High-Tec-Wald: Bericht über das Waldklimaexperiment von Prof. Ansgar Kahmen am 15. August um 19:40 auf Telebasel.

"Während sich die ganze Region hächelnd durch die Hitzewelle schleppt, erforschen Wissenschaftler die Auswirkung der Hitze auf den Wald."

Das Experiment ist europaweit einzigartig: 1,5 Hektaren Wald werden über 20 Jahre lang eingezäunt und dabei auf der einen Hälfte überdacht und auf der anderen nicht. Mit dem Dach sollten eigentlich Trockenheits-Ereignisse, wie wir sie aktuell erleben, simuliert werden. Wie reagiert der Wald, wenn man ihm nur noch 50 Prozent des natürlichen Niederschlags zugesteht? Wie gehen Bäume und Pflanzen mit der Trockenheit um? Die nicht überdachte Hälfte dient zu Kontrollzwecken.

Trockenheit vorweggenommen

Der offizielle Start des Projekts ist eigentlich erst auf Ende 2019 festgelegt, dann, wenn das Dach geliefert und montiert ist. Dank der ausserordentlichen Hitzewelle, die die Region aktuell überrollt, weibeln die Forscher der Uni Basel aber bereits jetzt auf Hochtouren: «Ganz so extrem wie wir es aktuell erleben ist unsere Versuchsanlage dann schon nicht angelegt, aber trotzdem ist es mehr oder weniger das, was wir untersuchen möchten», sagt etwa Professor Ansgar Kahmen, Leiter des Experiments.

Viele falsche Befürchtungen im Umlauf

Das Langzeitexperiment soll erstmals verlässliche Daten liefern, wie verschiedene Baumarten mit Wassermangel umgehen oder welchen Einfluss die Trockenheit auf die Co2-Bilanz des Waldes hat. Diesbezüglich seien im Moment etwas gar viele Spekulationen im Raum, sagt Ansgar Kahmen: «Vom Aussterben der Buchen bis hin zum Absterben des ganzen Waldes habe ich in den letzten Tagen fast alles gelesen in den Zeitungen – da wäre ich mit den Prognosen aber noch vorsichtig».

Was das Forschungs-Team um Ansgar Kahmen im Hölsteiner Wald genau macht und welche Erkenntnisse es bezüglich der aktuellen Hitzewelle bereits gewinnen konnte sehen Sie im Report vom 15. August 2018.