Themen im Bereich der Mikrometeorologie, Klimatologie, Messtechnik

Zum Geleit: Anstatt Formales zu wiederholen, sei hier auf das Merkblatt zur Bachelorarbeit des BSc Geowissenschaften verwiesen. Wir empfehlen dringend, sich im bzw. nach dem vierten Semester um ein Thema zu kümmern, vor allem, wenn eigene experimentelle Arbeit damit verbunden sein soll.
Unter offene Arbeitsthemen sind Vorschläge für Bachelor Arbeiten im Bereich der Mikrometeorologie aufgeführt. Bei den meisten Arbeiten werden Fragestellungen mittels Aufbereitung und Analyse meteorologischer Daten bearbeitet. In der Regel sind die Datensätze umfangreich und erfordern den Einsatz von geeigneten Programmen (womit nicht EXCEL gemeint ist). Die Arbeitstitel umschreiben grob die Aufgabe, die nach einem persönlichen Gespräch auch modifiziert werden kann.
Im Bereich der laufenden Messungen im Raum Basel gibt es eine ganze Reihe von Fragestellungen, die bearbeitet werden können. Z.B. wurde und wird an der Station Lange Erlen der Niederschlag mit verschiedenen Messgeräten erfasst. Hier die Daten zu analysieren und zu bewerten, ist eine spannende Sache.
Weiterhin können von studentischer Seite auch eigene Vorschläge für eine BA kommen. Der Studienvertrag zur BA wird immer zwischen Roland Vogt und der StudentIn abgeschlossen. Direkte Betreuer der BA können die Assistenten/Mitarbeiter der Meteorologie sein. Die BA-Themen liegen dann typischerweise in deren Arbeitsbereiche.
Hilfreiche Links
Bachelor in Geowissenschaften (u.a. Vereinbarung Bachelorarbeit (learning contract), Merkblatt Bachelorarbeit)

Beiblatt zum Merkblatt für die Vertiefung Klimatologie (mit Deckblattvorlage für die Bachelorarbeit)

Mikrometeorologische Forschung an einem Wüstenstandort

Seit August 2009 werden in der in der Namibwüste an der Wüstenforschungsstation Gobabeb, Namibia, mikrometeorologische Messungen durchgeführt. Basierend auf diesen Daten werden verschiedene Arbeiten angeboten. Betreuer: Dr. Roland Vogt

Güte der bodengestützten Messung der Oberflächentemperatur

An der Station in Gobabeb werden die Oberflächentemperaturen erfasst, um als Referenz für den Wettersatelliten Meteosat zu dienen. Die Strahlungsthermometer „sehen“ zwei Kreise mit ca. 0.5m Durchmesser. Es stellt sich die Frage, wie repräsentativ diese Messungen sind. In zwei kurzen Messkampagnen wurden mit einer Thermalkamera Zeitreihen eines des Umfeldes (ca. 20x15m) aufgenommen. In der Arbeit sollen die beiden Messungen miteinander verglichen werden um herauszufinden, ob die beiden Strahlungsthermometer optimal ausgerichtet sind.

PAR, UV-A und UV-B Messungen in Namibia

Für die spärliche Lebewelt in der Namib spielt die photosynthetisch aktive Strahlung (PAR) sowie die UV-A und UV-B-Strahlung eine wichtige Rolle. Bisher weiss man wenig darüber, wie hoch die Strahlungseinträge in diesen Spektralbereichen sind. Seit November 2015 messen wir an der Wüstenforschungsstation Gobabeb, Namibia, PAR, UV-A und UV-B aus dem oberen Halbraum gemessen. Die Messungen sollen aufbereitet und zu der an der BSRN Station gemessenen solaren Strahlung (direkte, diffus, global) in Beziehung gesetzt werden. Ziel ist herauszufinden, ob der Eintrag in diesen Spektralbereichen an dem Wüstenstandort vergleichbar zu anderen Standorten ist.

Unterscheidung Nebeldeposition oder Taufall

Nebel und in geringerem Masse Tau sind in der hyperariden Namib wichtige Quellen für Wasser. Mit sogenannten Blattnässesensoren kann man die Benetzung einer Fläche (4x6cm) messen. Leider kann man damit Nebeldeposition und Taufall nicht unterscheiden. An der Wüstenforschungsstation Gobabeb haben wir mehrere Blattnässesensoren installiert. Dabei erfassen wir bei zwei Sensoren deren Temperatur mit der Absicht, dass man damit zwischen Nebeldeposition und Taufall unterscheiden kann. So einfach wird es wohl nicht sein. Unter Einbeziehung anderer meteorologischen Messgrössen soll herausgefunden werden, ob es nicht doch eine einfache Möglichkeit gibt, Nau vom Tebel zu unterscheiden.

Schichtungsverhältnisse an einem Wüstenstandort

An der Wüstenforschungsstation Gobabeb messen wir seit einigen Jahren die Lufttemperatur in zwei Höhen mit ventilierten Sensoren (3 und 25m). Der Temperaturgradient gibt an, ob stabile, neutrale oder instabile Schichtungsverhältnisse vorliegen. Zusätzliche zu diesen einmaligen Temperaturmessungen steht ein umfangreicher mikrometeorologischer Datensatz zur Verfügung für die klimatologische Aufbereitung und Interpretation der Schichtungsverhältnisse.

Strahlungsbilanz an zwei Standorten in der Stadt Basel

Die Strahlungsbilanz ist ein wichtiger Teil der Energiebilanz. Letztere bestimmt die klimatischen Verhältnisse an einem Standort. In Basel messen wir an zwei Standorten (Klingelbergstrasse 2004 und Aeschenplatz 2009) seit einigen Jahren die Strahlungsbilanz. Die Zeitreihen der Strahlungsbilanz und deren Komponenten sowie die Albedo sollen klimatologisch analysiert und dargestellt werden. Dabei besteht auch die Möglichkeit, mit Referenzmessungen die Genauigkeit der Strahlungsbilanzmessungen abzuschätzen.

Betreuer: Dr. Roland Vogt