Allgemeines über Archäobotanik


Die Archäobotanik als Teilgebiet der Archäobiologie befasst sich mit der Untersuchung pflanzlicher Reste vorwiegend aus anthropogenen Ablagerungen früherer Zeiträume. Zusammen mit der Archäozoologie ist sie ein wichtiger Eckpfeiler der Erforschung und Rekonstruktion der wirtschaftlichen und naturräumlichen Grundlagen vergangener Epochen der Menschheitsgeschichte. Wichtige Informationen liefert die Archäobotanik ausserdem zur Interpretation archäologischer Strukturen (z.B. diente eine Grube als Latrine?).

In erster Linie analysieren wir pflanzliche Makroreste (Samen und Früchte, Holz, Blätter, Stengel und andere vegetative Pflanzenteile). Die wichtigste Fundgattung sind Samen und Früchte, da diese sich am ehesten bis auf das Artniveau bestimmen lassen. Ausserdem werden auch Mikroreste (Pollen und Sporen) untersucht.

Um chronologische Entwicklungen darstellen zu können und Vergleiche zwischen Siedlungsplätzen einer Epoche durchzuführen, müssen die Ergebnisse einer grossen Zahl von Fundstellen vorliegen, was bis heute in Mitteleuropa erst von wenigen Orten der Fall ist.

Einführende Literatur

  • Jacomet, Stefanie & Kreuz, Angela (1999): Archäobotanik. Einführung in die Aufgaben, Methoden und Ergebnisse vegetations- und agrargeschichtlicher Forschung, UTB, Ulmer Verlag.
  • Jacomet, Stefanie (2007): Use in Environmental Archaeology, in the section: Plant Macrofossil Methods and Studies (ed. by Hilary Birks). In: Elias, S. (Editor in Chief) Encyclopedia of Quaternary Science. Oxford (Elsevier), Vol. 3, 2384-2412. Pfd.
  • Antolín, Ferran/Schibler, Jörg/Jacomet, Stefanie (2018): Domestikationsgeschichte: Domestikation der wichtigsten altweltlichen Kulturpflanzen. Vorlesungsskript. Pdf.
  • Kühn, Marlu/Antolín, Ferran (2016): Einführung Archäobotanik, Vorlesungsskript. Pdf.

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