Die prähistorische Archäologie beschäftigt sich mit der Geschichte der Menschheit seit den ältesten Steinwerkzeuge vor ca. 3,3 Millionen Jahren in Afrika, bis zum Beginn der Ackerbaukulturen vor rund 7'000 Jahren in unserer Gegend, d.h. den Kulturen der urgeschichtlichen Sammler und Jäger. Diese lange Periode der Steinzeit umfasst einen bedeutenden Abschnitt der Stammesgeschichte der Gattung Homo mit zahlreichen Formen, die sich im Laufe der Zeit abgelöst haben. Dazu gehört die Ausbreitung der Menschen vor zwei Millionen von Afrika nach Asien und Europa, wo neuen Formen der Gattung Homo entstanden. In der gleichen Zeit fanden tiefgreifende klimatische Umwälzungen (Eiszeiten) statt, die die Menschen zu Anpassungen oder zu Wanderungen zwangen, Veränderungen die auch tiefgreifenden Einfluss auf die Lebensweise und die materielle Kultur hatten. Seit der letzten Eiszeit, vor ca. 100'000 Jahren, werden zunehmend auch symbolische Objekte wichtig, die mit dem Auftreten des Homo sapiens, in Europa vor ca. 45'000 Jahren, in der steinzeitlichen Kunst (Plastik und Malerei) ihre eindrücklichste Form annehmen. Im Laufe der der Steinzeit stehen wir zunehmend komplexeren Gesellschaftsformen, Lebensweisen und Symbolen gegenüber, die sich im Laufe von zehntausenden Jahren entwickelt und immer wieder verändert haben.

Diese materiellen Hinterlassenschaften werden von Archäologinnen ausgegraben, erfasst, dokumentiert und ausgewertet. Die Forschungsgruppe für Urgeschichte am IPNA unternimmt seit langen Jahren aktive Feldforschungen und Materialstudien in der Schweiz aber auch in Europa und im Nahen Osten. In diese Arbeiten sind die Studierenden im Rahmen ihrer Ausbildung integriert.

 

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