Forschungsinteressen

  • Siedlungsarchäologie: Rekonstruktion natürlicher und anthropogen bedingter Schichtbildungsprozesse und darauf aufbauend von menschlichen Aktivitäten, der räumlichen Gliederung innerhalb einer Siedlung und Veränderungen derselben.
  • Abfall- und Ressourcen-Management: Rekonstruktion der Nutzung, Wiederverwendung (Recycling), Umnutzung und Entsorgung verschiedener Materialgattungen (Ressourcen) – insbesondere von mineralischen Rohstoffen (Lehm etc.), Fäkalien (Dung als Brennmaterial, Fäkalien als Dünger) und von Knochen.
  • Mörtel- und Bausteinanalysen sowie Silexvorkommen- und Beschaffenheit in der Schweiz und im nahen Ausland.
  • Einbezug theoretischer Konzepte (cultural biography of objects etc.) und kulturhistorischer Fragen.
  • (Histo-) Taphonomie: Untersuchung taphonomischer Prozesse – insbesondere von Knochen (Histotaphonomie) und den daraus resultierenden Aussagen (u. a. Totenbehandlung etc.).
  • Landschafts- und Umweltrekonstruktion: Rekonstruktion fluvialer und limnischer Systeme sowie von kolluvialen Prozessen auf Basis sedimentologischer sowie mikromorphologischer Analysen und unter Einbezug weiterer Umweltdaten.
  • Spätglaziale und frühholozäne Bodenbildungsprozesse und Rekonstruktion früher Bodenformen.

Abgeschlossene Dissertation

Arbeitstitel: „Geoarchäologische Untersuchungen zum Abfall- und Ressourcen-Management in der spätlatènezeitlichen Siedlung Basel Gasfabrik (BS) und in mittelbronzezeitlichen Siedlungen im Fricktal (AG).“

Die latènezeitliche Siedlung „Basel-Gasfabrik“ wird seit mehr als hundert Jahren archäologisch untersucht. Der grösste Teil der archäologischen Funde stammt aus den Verfüllschichten von Siedlungsgruben, die mit über 500 an der Zahl die wichtigste Befundgattung darstellen. Interdisziplinäre Untersuchungen haben gezeigt, dass die Funde meistens mit einem dunklen, holzkohlehaltigen Sediment vergesellschaftet sind, das entsprechend seiner Ausprägung an eine „Kulturschicht“ erinnert. Somit stellt sich die Frage: Wie ist dieses „Kulturschichtmaterial“ entstanden? Was für Aktivitäten und Prozesse hängen damit zusammen? Eine Interpretation der damit vergesellschafteten Funde macht nur dann Sinn, wenn die Geschichte der verschiedenen Objekte oder Fundgattungen bekannt ist.

Mit Hilfe geoarchäologischen Methoden (Mikromorphologie, Sedimentologie, Geochemie) sollen verschiedene Befunde mit „Kulturschichten“, Planien und anderen Sedimenten untersucht werden. Hierfür wurde ein zentrales Areal innerhalb der Siedlung ausgewählt, das besonders gut erhalten ist. Auf diese Weise sollen im Rahmen eines interdisziplinären Projektes, dem auch eine archäologische Auswertung der Funde und Befunde sowie archäozoologische Untersuchungen angehören, das Abfallverhalten und das Ressourcen-Management studiert werden.

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Dr. des. David Brönnimann
Integrative Prähistorische und Naturwissenschaftliche Archäologie (IPNA)
Spalenring 145
4055 Basel

Tel: +41 61 207 42 26