Kieselalgen gehören zu den erfolgreichsten Lebensformen auf der Erde, da sie eine wesentliche Rolle bei der Regulierung des globalen Sauerstoffhaushalts und des Klimas übernommen haben, die zuvor fast eine Milliarde Jahre lang von anderen Mikroalgen wahrgenommen wurde. Ihr ökologischer und evolutionärer Erfolg hat dazu geführt, dass Kieselalgen heute dominieren und eine große Vielfalt aufweisen, doch die Mechanismen hinter diesem Erfolg sind nach wie vor kaum verstanden. Dieses Projekt des Schweizerischen Nationalfonds – Ambizione (https://data.snf.ch/grants/grant/233303) befasst sich mit dieser Frage und untersucht die Rolle der adaptiven Radiation und der damit verbundenen Schlüsselinnovationen in der Evolution von Süßwasser-Diatomeen. Durch die Integration von Morphologie, Physiologie, Genomik, Transkriptomik und computergestützter Modellierung einer neu entdeckten Diatomeen-Gemeinschaft der Gattung Diploneis, die im afrikanischen Tanganjikasee lebt, wird die adaptive Natur ihrer raschen Diversifizierung untersucht und geprüft, ob spezifische morphologische (z. B. Ornamentik der Glasschale) und physiologische (z. B. Sterole) Innovationen diese ausgelöst haben. Artenerfassung und -kultivierung sowie mikroskopische, genetische und experimentelle Arbeiten im Labor werden genutzt, um evolutionäre Merkmale mit ihrer genetischen Grundlage und ihren ökologischen Funktionen zu verknüpfen und so den Beitrag der adaptiven Radiation zur Evolution und zum Erfolg dieser winzigen, allgegenwärtigen Protagonisten aufzudecken, die den Sauerstoff produzieren, den wir atmen, und das Klima stabilisieren, in dem wir leben.
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