ECO-ICE: Investigating the ecological and climatic conditions at ice age refugia to assess past and future ecosystem functioning

Wie und wo überlebten Bäume der gemässigten Zone während des Letzten Glazialen Maximums (LGM)? Ob sie nur in den glazialen Refugien Südeuropas oder auch in isolierten Refugien (Mikrorefugien) in Mitteleuropa überlebten, ist in der Ökologie und im Naturschutz seit Langem Gegenstand von Debatten. Das Projekt ECO-ICE des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) zielt darauf ab, diese Frage mithilfe eines multidisziplinären Ansatzes zu beantworten. Pollenanalysen, sedimentäre DNA, Lipid-Biomarker und Zuckmückenlarven werden eingesetzt, um Klima und Vegetation potenzieller Mikrorefugien in Mittel- und Südeuropa zu rekonstruieren. Seen in diesen potenziellen Mikrorefugien werden beprobt, um Sedimente zu gewinnen, die den gesamten Zeitraum des LGM abdecken.

Die Arbeitsgruppe Organische Geochemie in Basel konzentriert sich auf Lipide wie brGDGTs und Pflanzenwachse, die oft als „molekulare Fossilien“ bezeichnet werden und in den Seesedimenten erhalten sind, um die Klima- und Vegetationslandschaft dieser Gebiete zu rekonstruieren. Zur Quantifizierung der See- und Lufttemperaturen während des Letzten Glazialen Maximums (LGM) verwenden wir verzweigte Glyceroldialkylglyceroltetraether (brGDGTs), Membranlipide, die von Bakterien produziert werden. Die relative Häufigkeit der verschiedenen brGDGTs in den Sedimenten ermöglicht die Rekonstruktion der Temperaturen. Darüber hinaus wird das Wasserstoffisotopenverhältnis des Niederschlags aus den δ²H-Werten von Pflanzenwachsen, n-Alkanen und Fettsäuren ermittelt. Dies gibt uns Aufschluss über die Klimavariabilität von Temperatur, Niederschlagsquellen und Vegetationsveränderungen während des LGM. Die Kombination der Informationen aus den verschiedenen Proxys hilft uns festzustellen, ob diese vermuteten Mikrorefugien gemässigter Bäume während des LGM, insbesondere nördlich von 45° N, existierten und welche klimatischen und Umweltbedingungen sie ermöglichten.

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