Physiogeographie als Erdsystemwissenschaft

Umweltwandel verändert sowohl die Prozesse wie auch die Raten mit denen die Erdoberfläche gestaltet wird. Dies wirkt sich auf Stoffkreisläufe und Eigenschaften der Erdoberfläche aus und kann schwerwiegende Folgen für die Qualität der Umwelt haben. Beispiele sind der Verlust von Böden, die Verschmutzung von Gewässern und die Veränderung von Stoffkreisläufen als Folge von Klima- oder Landnutzungswandel. Viele der Prozesse welche auf die Erdoberfläche einwirken sind nicht ausreichend erforscht, außerdem liegen häufig keine ausreichenden Daten zu deren Wirkung an der Erdoberfläche vor. Die Forschungsgruppe Physiogeographie und Umweltwandel an der Uni Basel befasst sich daher mit Oberflächenprozessen, insbesondere der Wirkung von Wasser, Wind und Gravitation auf Eigenschaften und Funktion der Critical Zone. Aktuell werden drei Schwerpunkte zu diesem Themenbereich bearbeitet:

Eigernordwand

 

Wirkungsgefüge Vegetation-Oberfläche an der Eigernordwand: im Gebirge bestimmt das Vorhandensein von Boden und das Störungsregime (natürlich und durch den Menschen) über die Ausbreitung von Wald.  Regional spielt die Veränderung von Klima daher nur eine untergeordnete Rolle für die Veränderung der Waldgrenze, wie ein Vergleich der Waldbedeckung in der Region Grindelwald für das vergangene Jahrhundert zeigt. Quelle Climate and land use effects on forest cover in the Bernese Alps during the 20th century

Hima

 

Interaktion zwischen Mensch, Vegetation und Fluss: die Verdrängung von Bäumen und Gebüschen durch drüsiges Springkraut führt zu einer Destabilisierung des Bodens in Talauen und somit zu mehr Erosion sowohl bei Niederschlag wie auch bei Hochwasser.