Forschungsgruppe Geoökologie

Unsere Forschungsgruppe beschäftigt sich mit Umwelteinflüssen auf biotische Systeme in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wir untersuchen die Ökologie und Biogeographie von spezialisierten Organismengruppen (zum Beispiel Makroinvertebraten in Quellgewässern), die langfristige Entwicklung von Ökosystemen oder sich ändernde Artenareale in Vergangenheit und Gegenwart. Umwelt- und Klimarekonstruktion anhand von mikroskopischen und geochemischen Analysen von Mikrofossilien in Umweltarchiven bildet ein weiteres Schwerpunktthema der Gruppe.

Unsere Forschung ist stark interdisziplinär ausgerichtet, mit engen Verbindungen zu Ökologie und Paläoökologie, Biogeographie, Biogeowissenschaften, Klimaforschung und Quartärgeologie. Die Forschungsgruppe Geoökologie bietet Lehrveranstaltungen sowohl im Studiengang Geowissenschaften wie auch im Studiengang Integrative Biologie an.

Schnee

Umwelt- und Ökosystemrekonstruktion

Wir untersuchen unter anderem paläoökologische Indikatoren in Umweltarchiven (z.B. Seeablagerungen) um vergangene Veränderungen in Ökosystemzuständen und Umweltbedingungen zu rekonstruieren. Vergangene und laufende Projekte beschäftig(t)en sich zum Beispiel mit der langfristigen Veränderung von Ökosystemen, Veränderungen im Kohlenstoff- und Nährstoffhaushalt von Seen, mit dem Einfluss von frühen und postindustriellen menschlichen Aktivitäten auf Seen und Landschaften, und mit der Rekonstruktion vergangener abiotischer Umweltveränderungen (z.B. Klimaschwankungen) anhand von biotischen Indikatoren in Seesedimenten. Untersuchungen an modernen Ökosystemen zur Kalibration von paläoökologischen Indikatoren spielt eine wichtige Rolle in unserer Forschung.

Aktuelle Projekte:
- Klimarekonstruktion anhand von biotischen Indikatoren in Seesedimenten
- Ökosystementwicklung, früher menschlicher Einfluss und Verschmutzungsgeschichte von Seen
- Rekonstruktion von Veränderungen im Kohlenstoffzyklus von Seeökosystemen

Bernese Alps

Quellen- und Fliessgewässerökologie

Wir sind insbesondere an einem vertieften Verständnis der Funktion von Quellen als Lebensraum interessiert. Als Übergangshabitate an der Schnittstelle zwischen Oberflächenwasser und Grundwasser sind Quellen aufgrund ihrer speziellen abiotischen Bedingungen als einzigartige Lebensräume anzusehen. Die Zahl natürlicher Quellen ist im letzten Jahrhundert stark gesunken, weshalb Quellen als gefährdete Lebensräume angesehen werden müssen. Hinzu kommt, dass die Ökologie alpiner Quellen, Habitate die stark durch zukünftige Klimaveränderungen gefährdet sind, nur unzureichend untersucht ist. Weitere anthropogene Belastungsfaktoren für Quellen und kleine Fliessgewässer sind die Verunreinigung mit Pestiziden und strukturelle Veränderungen der Gewässer.


Aktuelle Projekte:
- Verbreitungsanalysen: Geographische und genetische Isolation von Quellspezialisten
- Quellen-Langzeitmonitoring im Schweizerischen Nationalpark und der UNESCO-Biosfera Engiadina Val Müstair
- Laborexperimente: Auswirkungen erhöhter Wassertemperaturen und Pestiziden auf aquatische Organismen